Sternwarte

Sternwarte 1962
Sternwarte 1962

Die Astronomische Station liegt am östlichen Stadtrand von Halle im Ortsteil Kanena. Es war die erste Einrichtung ihrer Art in der ehemaligen DDR. Im Jahre 1961 entstand die Sternwarte. Hier befand sich bis 1978 ein Coude’ – Refraktor, der heute am Raumflugplanetarium auf der Peißnitz steht.

Sternwarte 13.03.2002
Sternwarte 13.03.2002

Kanena wurde damals als Standort ausgewählt, weil hier im Osten von Halle die Lichtverschmutzung am geringsten war.

Telementor von Carl Zeiss Jena: 63/840 auf T-Montierung
Telementor von Carl Zeiss Jena: 63/840 auf T-Montierung

Astrostation Kanena

Dachsternwarte
Dachsternwarte
Karl Kockel in der Dachsternwarte
Karl Kockel in der Dachsternwarte

Im selben Jahr, in dem der erste Mensch die Erde verließ, baute Karl Kockel die erste Schulsternwarte in Halle-Kanena. Das Fernrohr, ein Zeiss 80/1200 auf der 1B-Montierung, wurde durch Schrottsammlungen finanziert. Diese Sternwarte wurde aber bald abgebaut, da die Rauchbelästigung durch den nahen Schornstein hoch war.

Brunnen und Sternwarte
Brunnen und Sternwarte
Coude in der Sternwarte
Coude in der Sternwarte

So entschloss man sich eine neue, größere Sternwarte zu bauen. Neben der Schule entstand ein Rundbau mit einem Durchmesser von 3,5m und einer drehbaren Kuppel. Man erwarb das erste größere Teleskop. Ein Zeiss Meniscas mit einer Öffnung von 150mm und einer Brennweite von 2250mm kam in der neuen Kuppel zum Einsatz. Am 25. August 1962 war Einweihung. Zwei Jahre später wurde ein Zeiss-Coudé-Linsenfernrohr installiert. Dieses Teleskop besaß eine Öffnung von 150mm und eine Brennweite von 2250mm. Coudé bedeutet „Knick“. Es war durch diese Konstruktion möglich auch in eine kleine Sternwarte ein Linsenfernrohr mit großer Brennweite einzubauen. Der Strahlengang wird in die feststehende Stundenachse geleitet. Bei dieser Konstruktion steht der Beobachter an ein und derselben Stelle im Gebäude, es bewegt sich nur das Fernrohr.

Rechteckgebaeude
Rechteckgebaeude
Teleskope im Rechteckgebäude (Zeiss-Refraktor, Newtonspiegel,Meniskas)
Teleskope im Rechteckgebäude

Im Jahre 1965 kam eine weitere Sternwarte hinzu, um mehreren Schülern gleichzeitig eine Beobachtung zu ermöglichen. In diesem Rechteckgebäude hinter dem Kuppelbau befanden sich ein Schmidtspiegel, ein Zeiss-Refraktor, ein Newtonspiegel, der Meniskas und Zeiss-Astrokameras zur Himmelsüberwachung.

Astronomische Station "Johannes R. Kepler" Halle - Kanena (1964)
Astronomische Station
„Johannes R. Kepler“ Halle – Kanena (1964)

Zwischen 1976 und 1978 entstand das Planetarium auf der Peißnitz. Die Sternwarte in Kanena wurde nun nicht mehr offiziell genutzt. Den Coudé- Refraktor brachte man in die Sternwartenkuppel auf der Peißnitz.

Auch die Teleskope des zweiten Sternwartengebäudes kamen nach der Wende, im Jahr 1993 zum Planetarium auf die Peißnitz.

In Kanena verblieb nur das erste Fernrohr, der Zeiss-Refraktor 80/1200.

mechanisches Modelle

Im Planetarium Halle – Kanena befinden sich 3 verschiedene Tellurien und ein mechanisches Modell zu Darstellung der Planetenschleife. Die älteren Modelle sind Geräte vom Sperrmüll, die in liebevoller Kleinarbeit und viel Zeit durch Herrn Klepzig wieder gangbar gemacht und restauriert wurden. Sie stehen dem Planetarium Kanena als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Tellurium

Tellurium der Fa. Reiss (Bad Liebenwerda) 1965, Leihgabe T.Klepzig
Tellurium der Fa. Reiss (Bad Liebenwerda) 1965, Leihgabe T.Klepzig
Tellurium der Feinmechanischen Werke Leipzig (ca. 1970) Leihgabe T.Klepzig
Tellurium der Feinmechanischen Werke Leipzig (ca. 1970) Leihgabe T.Klepzig

Tellurium N vom Cornelson-Verlag (2005) Planetarium Kanena
Tellurium N vom Cornelson-Verlag (2005) Planetarium Kanena

Mit einem Tellurium kann man sehr anschaulich die Bewegungen von Erde und Mond erklären. Die beiden Himmelskörper sind auf einem Hebelarm so angeordnet, dass sie sich um eine Lichtquelle (Sonne) drehen. Mit dem Tellurium lassen sich viele Zusammenhänge in unserem Sonnensystem anschaulich erklären.

Planetenschleifen – Projektor

 Feinmechanische Werke Leipzig (1965) Leihgabe T. Klepzig

Feinmechanische Werke Leipzig (1965) Leihgabe T. Klepzig

Bei der Bewegung der beiden Planeten (rote und blaue Kugel) um die Sonne zeichnet der Projektor auf der roten Kugel eine Schleife an der Wand.

Reiss Tellurium

Grosses Tellurium im Kuppelsaal
Grosses Tellurium im Kuppelsaal

Das Tellurium der Fa. Reiss aus dem Jahr 1965 ist eines der am aufwendigsten gefertigten Geräte seiner Art. An diesem dreidimensionalen Modell können zahlreiche Bewegungsabläufe und Zusammenhänge in unserem Sonnensystem aus der mathematischen Geographie und Astronomie anschaulich erklärt werden. Mit dem Tellurium können auch verschiedene Messungen vorgenommen werden.

Tierkreis
Tierkreis

Die Bewegungsabläufe sind nicht gekoppelt, so dass die einzelnen Bewegungen der Himmelskörper Schritt für Schritt aus den einzelnen Komponenten zusammengesetzt werden können.

Theodolit auf Meridianbügel für verschiedene Messungen
Theodolit auf Meridianbügel für verschiedene Messungen

Das Tellurium ist im Planetarium mit dem Sternprojektor ausgerichtet, so dass viele Zusammenhänge in Verbindung mit dem Sternenhimmel erläutert werden können. Das ist einzigartig hier im Planetarium Kanena.

Darstellungsmöglichkeiten

  • Mondphasen, Venusphasen
  • Finstenisse von Sonne, Mond und Venus
  • Stellung und Entfernung der Erde zu den verschiedenen Jahreszeiten
  • Sonnenstand für unterschiedliche Orte und geografische Breiten in Abhängigkeit von der Jahreszeit
  • Längen von Tag und Nacht zu den Tag und Nachtgleichen und zur Sommer u. Wintersonnenwende
  • Was ist ein Tag und was ein Jahr (Rotation, Revolution)
  • Darstellung der Bewegung der Mondknoten
  • scheinbarer Lauf der Sonne durch den Tierkreis
  • Richtung der Erdachse auf den Himmelsnordpol
  • Konjunktion, Elongation der Venus
  • Darstellung der Präzession der Erdachse
  • u.v.m.
Monatsanzeige
Monatsanzeige
Tageszeitanzeige und beleuchteter Ort auf dem südlichen Wendekreis
Tageszeitanzeige und beleuchteter Ort auf dem südlichen Wendekreis
Präzssionsscheibe und Entfernungsanzeige
Präzssionsscheibe und Entfernungsanzeige
Mondphase und Nachtseite mit zwei beleuchteten Orten auf der Erdkugel
Mondphase und Nachtseite mit zwei beleuchteten Orten auf der Erdkugel

Sonnensystemprojektor

Sonnensystemprojektor
Sonnensystemprojektor

Mit dem Sonnensystemprojektor lassen sich die Bahnen der Planeten um die Sonne anschaulich darstellen.

Der Tierkreis kann an die Kuppel projeziert werden und man sieht, wie die Sonne durch die Tierkreiszeichen wandert.

Auch bestimmte Planetenstellungen lassen sich einstellen.

Dieses Gerät hat wie der Sternenprojektor schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber es funktioniert noch tadellos.

ZKP1 – Ansichten

Der Tagbogen der Sonne. Im Sommer steht die Sonne hoch über dem Südhorizont, im Winter steht sie wesentlich tiefer. Sie zieht täglich ihren Bogen von Ost nach West, aber die Auf- und Untergangspunkte verschieben sich im Lauf eines Jahres.

Tagbogen der Sonne
Tagbogen der Sonne

Die Uhrzeit am Himmel
Die Uhrzeit am Himmel


Auch die Uhrzeit läßt sich am Himmel ablesen, denn das gesamte Himmelsgewölbe dreht sich in rund 24 Stunden scheinbar um den Polarstern.

Die Sonne und ihre Planeten. Mit dem Sonnensystemprojektor kann man den scheinbaren Lauf der Sonne durch den Tierkreis und Planetenbewegungen anschaulich darstellen.

Sonnensystemprojektor
Sonnensystemprojektor

Sonnensystem-Projektor, Ekliptik, Äquator
Sonnensystemprojektor, Ekliptik, Äquator


Wie funktioniert das Äquatorsystem? Was ist die Ekliptik? Wo befindet sich der Frühlingspunkt? All diese Fragen und noch mehr können im Planetarium auf einfache Weise erklärt werden.

Meniscas 150/2250mm

Meniscas 150/225 0mm
Meniscas 150/225 0mm,
Foto: Mechthild Meinike 16.9.2006

Zur Zeit steht unter der Kuppel leider kein Teleskop mehr. Die Spalttüren der Kuppel lassen sich nicht öffnen. Unser Ziel ist es das erste größere Spiegelteleskop in Kanena, den Meniskus-Cassegrain von Carl-Zeiss-Jena wieder in die Sternwarte zu integrieren. Das leistungsstarke Instrument ist ca. 45 Jahre alt und 2005 überholt worden. Zur langen Nacht der Sterne 2006 konnte man das Teleskop für eine Nacht in der Sternwartenkuppel erleben.

Coudé – Refraktor 1968-1978

Coudé- Refraktor 1968-1978
Coudé- Refraktor 1968-1978

Coudé bedeutet “Knick“. Es war durch diese Konstruktion möglich auch in eine kleine Sternwarte ein Fernrohr einzubauen, mit einer großen Brennweite. Bei dieser Konstruktion steht der Beobachter an ein und der selben Stelle im Gebäude, es bewegt sich nur das Fernrohr. Der Strahlengang wird in die feststehende Stundenachse geleitet. Öffnung 150mm, Brennweite 2250mm

Projektor ZKP1

Das Zeiss-Klein-Planetarium (ZKP1) wurde ursprünglich im zweiten Weltkrieg entwickelt, um Nachtflieger auszubilden. Diese konnten sich dann bei ihren Flügen in der Nacht besser orientieren.

Projektor ZKP1
Bild1: Projektor ZKP1

Nach den Plänen aus dem zweiten Weltkrieg wurde das ZKP1 nachgebaut und kam im ersten Kleinplanetarium der ehemaligen DDR in Halle-Kanena zum Einsatz.

Es ist heute immer noch das Originalgerät von 1962 und voll funktionstüchtig. Milchstrassen-, Planeten- oder Satellitenprojektoren ergänzen die Darstellungsmöglichkeiten.

Es sind aber auch einige Eigenbauten zu finden, so z.B. der Gradnetzprojektor ganz rechts im Bild 1.

Alle Projektoren werden von Anfang an fortlaufend numeriert. Der Sternprojektor in Kanena hat die Nr. 164.

Projektorkugel
Bild2: Projektorkugel

Auf der Projektorkugel sind 32 Einzelprojektoren untergebracht, in denen sich neben der Optik je eine Kupferfolie befindet. In jede der 32 Kupferfolien ist ein bestimmter Teil des Sternhimmels eingestanzt.

Insgesamt sehen wir mit diesem Projektor ca. 5000 Sterne unterschiedlicher Größe. Damit läßt sich der gesamte nördliche und ein großer Teil des südlichen Sternhimmels darstellen.

Jeder Einzelprojektor besitzt eine Blende. Sie ist so angeordnet, dass sie die Öffnung verschliesst, wenn der Projektor in Horizontnähe kommt.

Rechts in Bild 2 sehen wir an der Kugel den Milchstraßenprojektor.